Unsere Dozentin bietet bei uns den Kurs „Illustration“ an. In unserem Interview erzählt sie, wie die Idee für den Kurs entstanden ist und was an ihrem beruf so außergewöhnlich ist.

Unsere Dozentin Yvonne Domava

Wie sind Sie dazu gekommen den Kurs Illustration anzubieten?

Ich habe Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Illustration studiert. Auch schon während und dann nach dem Studium habe ich als selbstständige Illustratorin gearbeitet und unter anderem für die Artig-Zentrale, ehemals Düsseldorf ist artig, einen Workshop zum Thema Illustration und freie Kunst angeboten. Oft erlebe ich, dass Menschen mit der Berufsbezeichnung „Illustratorin“ nicht viel anfangen können, dabei sind wir im Alltag umgeben von Illustrationen: Sobald man Zeitschriften zur Hand nimmt, wenn man sich im Supermarkt Produkte aussucht, in oder auf den Covern von Büchern oder auf unserer Kleidung. Illustration kann so vielseitig sein, dass es weit über Malen und Zeichnen hinausgeht, man kann sich vielen darstellenden Mittel bedienen und sollte sich als Illustrator immer den Zweck der Darstellung vor Augen halten. Was will ich veranschaulichen, erklären, dekorieren oder bewerben? Und für wen? Neben einem Kurs im Malen und Zeichnen ist es sinnvoll, sich der Illustration in einem separaten Kurs zu widmen, da es um etwas anderen als den rein individuellen, künstlerischen Ausdruck eines Kreativen geht, sondern um eine Aufgabenstellung und die passende illustrative, kreative Lösung. Zudem ist Illustration inzwischen ein separater Studiengang und ein großer Bereich von Design, sodass es durch den Kurs für Studieninteressierte möglich ist, einen Einblick in die Studieninhalte zu bekommen.

Warum sind Illustrationen, gerade in der aktuellen Zeit, wichtig? 
Was zeichnet sie aus?

Illustrationen sind immer wichtig. Ein visueller Zugang zu Dingen ist oft der unmittelbarste. Ohne Illustration wäre unser visuelles Umfeld langweiliger und auch unzugänglicher. Die Frage danach, was eine Illustration auszeichnet, ist also nicht so leicht zu beantworten, da es auf die Umstände und auch die Aufgabenstellung ankommt. „Die gute Illustration“ an sich zu definieren, will ich mir an dieser Stelle nicht herausnehmen.

Was erwartet die Teilnehmenden in Ihrem Kurs?

Wir werden eine Aufgabenstellung simulieren. Wir werden anhand eines Themas -in diesem Falle „Illustration und Musik“ – alternative Platten-/bzw.CD-Cover entwerfen. Zu Beginn der Veranstaltung werde ich in die Thematik einführen und anhand vieler Beispiele aufzeigen wie vielfältig die illustrativen Herangehensweisen sein können. Jeder Teilnehmende sucht sich anschließend seinen liebsten Musikinterpreten und erarbeitet ein alternatives Cover seiner Wahl mit den Mitteln, die er sich für die kreative Arbeit aussucht. Am Ende des Kurses können die Ergebnisse als Druck-Erzeugnis präsentiert werden.

Werden in dem Kurs bestimmte Fähigkeiten vorausgesetzt?

Zeichnerische, kreative Fähigkeiten sind definitiv von Vorteil. Die Teilnehmenden sollten sich schon einmal mit dem Bereich Illustration auseinandergesetzt haben und die Fähigkeit besitzen Entwürfe digital (das heißt in Photoshop oder Illustrator) zu verarbeiten.

Sie haben unter anderem schon Illustrationen für den Krefelder Zoo 
gemacht. War das eine besondere Herausforderung? Was war besonders 
schwierig?

Bei der ersten Arbeit für den Krefelder Zoo ging es um die Außenwandgestaltung des im Jahr 2012 neu gebauten Gorillageheges. Die Gestaltung der über 100 Meter langen Wand sollte nicht nur rein dekorativ sein, sondern auch im Vorbeifahren auf das neue Gehege verweisen. Mein Entwurf stellt auf sehr malerische Weise die Gorillas dar, die in dem Gehege angesiedelt wurden. Die Umsetzung mit riesigen Bürsten und Farbe mithilfe eines Gerüstes an der Wand stellte natürlich an sich eine Herausforderung dar, die in dem Beruf des Illustrators nicht alltäglich ist, da Entwürfe in den meisten Fällen digital verarbeitet werden, was keine derartigen körperlichen Anstrengungen verlangt. Doch genau dadurch war es auch ein sehr schöner Auftrag.
Der Folgeauftrag für den Krefelder Zoo bestand darin, den Spendentrichter für die geplante Afrikasavanne zu gestalten. Für die Gestaltung benutzte ich denselben malerischen Stil. Die Verarbeitung und Umsetzung des Entwurfs erfolgte jedoch zuerst digital und dann durch ein Druck-Erzeugnis, das auf den Spendentrichter montiert wurde. An diesen beiden Beispielen wird deutlich, wie unterschiedlich der Beruf von Auftrag zu Auftrag ausfallen kann.


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