Eine Frau braucht einen Kimono und drei Obi, dann ist sie für die meisten Anlässe in ihrem Leben gekleidet, sagt unsere Dozentin Sarah Oiyama. Seit über drei Jahren zeigt sie unseren Teilnehmerinnen in Ihren Kursen, wie man einen Kimono bindet. Und heute seid ihr dran!

Alle Utensilien, die man für das Kimonobinden braucht.

Es ist immer links über rechts zu binden, der Kragen sollte etwa eine Faustbreite vom Nacken abstehen und die Ohashori-Falte, die zum Regulieren der Kimonolänge dient, circa eine Zeigefingerlänge breit sein. Beim Kimonobinden gibt es ganz schön viele Regeln. Mit dem Wort „Kitsuke“ gibt es sogar einen eigenen Begriff für die Kunst, einen Kimono korrekt zu tragen. Wer diese Kunst sehr gut beherrscht, ist unsere Dozentin Sarah Oiyama. Schon immer hatte sie Interesse an der japanischen Kultur, die heute zu ihrer Leidenschaft geworden ist und die sie in ihrem Kurs „Faszination Kimono – Die Kunst einen Kimono zu tragen“ weitergibt.

„Zu Beginn frage ich immer nach, wie die Teilnehmerinnen zum Seminar gekommen sind. Die Meisten wollen das Ankleiden einfach mal ausprobieren, andere wiederum wollen die Tradition vor einer Japan-Reise kennenlernen. Einmal war sogar ein Junggesellinnenabschied dabei“, sagt unsere Dozentin. Dann geht es richtig los, denn alle dürfen sich einen Kimono und das entsprechende Zubehör aussuchen. Die Materialien bringt Sarah Oiyama mit. Über 70 Kimonos kann sie ihr Eigen nennen: „Meistens bringe ich neue Kimonos von meinen Japan-Reisen mit. Eine Art Online-Shop gibt es dafür nicht, da man vor Ort die Maße anpasst. Wer schon einen Kimono oder Zubehör im Schrank hängen hat, kann das auch gerne zum Kurs mitbringen“, erklärt sie.

Sind alle mit ihren oder aber auch eigenen Teilen ausgestattet, erklärt Sarah Oiyama jeden Schritt vom Unter-Kimono bis zum Obi. In Zweierteams wird dann probiert:

Für das Kimono-Anziehen braucht Sarah Oiyama circa 20 Minuten. Für die Teilnehmerinnen werden drei Stunden eingeplant. „Mit dem Kimono kann jeder seine Persönlichkeit ausdrücken. Er war bis zum zweiten Weltkrieg Alltagskleidung der Japaner, das fasziniert mich am meisten“, sagt unsere Dozentin. Heute beherrschen viele Japaner die Kunst selbst nicht mehr. Doch das Interesse kommt langsam zurück.

Bei Sarah Oiyama ist das Interesse nie weg gewesen – ganz im Gegenteil: „Meine erste Begegnung mit einem Kimono war bei einem Kulturfest in der Schule. Die einzige japanische Mitschülerin hatte ein Foto in der Aula aufgehängt, das sie im Kimono zeigte. Das hat mich nachhaltig beeindruckt“, erzählt sie und lächelt. Domo arigatou für das Gespräch!

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