er ist der Gewinner unseres Projektes Traumfabrik Deutschland und Teil des Writer’s Rooms. Nach Deutschland gekommene Schreibende können dort in die deutsche Kultur, Politik und Sprache eintauchen.

Salah Ali Ngab – Foto: Miro May

Du warst in Deiner Heimat als Journalist tätig. Über welche Themen hast Du dort geschrieben?

In Libyen war ich der Chefredakteur des ersten Kulturmagazins der modernen Geschichte Libyens, das in den drei libyschen Sprachen (Tamazight bzw. auch „berberisch“, Arabisch und Tebu) herausgegeben wurde.
Die meisten meiner Artikel befassten sich mit den Menschenrechten und den Werten des friedlichen Zusammenlebens und der Bekämpfung von Gewalt sowie mit der Rhetorik des religiösen und nationalistischen Hasses, der in der libyschen Gesellschaft leider weit verbreitet ist.

Wie bist Du zum Writer’s Room gekommen? Was gefällt Dir an dem Kurs?

Ich wurde von meiner Freundin Frau Jungclaus aus dem Literaturbüro in Düsseldorf eingeladen. Die Arbeit war generell sehr interessant. Außerdem sind wir eine Gruppe von Menschen aus verschiedenen Kontinenten der Welt mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund, die zusammen arbeiten. Es war eine Bereicherung für mich und eine persönliche Erfahrung, andere Ideen aus anderen Kulturen kennen zu lernen.

Bei unserem Projekt „Traumfabrik Deutschland“ hast Du gewonnen. Wie lief die Arbeit an Deiner Geschichte ab?

Das Schreiben in einer Fremdsprache ist schwierig, da kulturelle Unterschiede in Ausdrucksformen, Schreibstilen usw. überwunden werden müssen.
Die Geschichte des Wettbewerbs war eine Widerspiegelung persönlicher Erfahrungen, durch die ich versuchte meine Vision für die politische Realität der Welt zu projizieren.
Normalerweise bleibt die Idee tagelang in meinem Kopf, bis ich einen geeigneten Platz zum Schreiben finde. Bezüglich der Geschichte („Weil es keinen Zug gibt“), mit der ich den ersten Platz gewonnen habe, bin ich am Bahnhof selbst zu dem Schluss gekommen, diese Geschichte schreiben zu wollen.

Mittlerweile bist Du viel in Düsseldorf unterwegs, um Deine Texte zu präsentieren. Starten bald neue Projekte?

Mein neues Projekt, das ich vor ungefähr zwei Monaten gestartet habe, ist ein YouTube-Kanal namens „Ana Liberali | Ich bin ein Liberaler“, in dem ich über die Konzepte und Werte des Liberalismus und des modernen Staates, die Idee eines Staates aller und des gemeinsamen Zusammenlebens spreche und versuche, die Naturrechtsfragen zur Diskussion zu stellen, die leider in der politischen und sozialen Realität meines Heimatlandes Libyen fehlt.

Was wünschst Du der Volkshochschule zum 100. Geburtstag?

Ich wünsche ihr mehr Erfolg und würde mich gerne weiterhin an ähnlichen Projekten wie „Traumfabrik Deutschland“ beteiligen, um die Idee der Menschheit als Einheit aufrechtzuerhalten.

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