Unsere Kollegin Rosemarie Stölting ist nach über 35 Jahren in unserer Abteilung Schulische Weiterbildung in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Uns gab sie vorab noch einen Einblick, Wie das Leben als Weiterbildungslehrerin für sie war.

Rosemarie Stölting, ehemalige Weiterbildungslehrerin in der Schulischen Weiterbildung.

Rückblick: Nun starte ich, knapp 31 Jahre alt, endgültig mein Berufsleben an der VHS (Ich war schon einmal 1981/82 dabei). Manche Teilnehmenden sind älter als ich, Frauen aus der Nachkriegsgeneration, die nur zeitweise und zu kurz eine Schule besuchen konnten. Manche durften auch nicht, sie mussten sich um die kleineren Geschwister und den Haushalt kümmern. Manche Teilnehmenden haben ein Drogenproblem, das sie auch über eine neue schulische Perspektive zu überwinden versuchen. Manche Teilnehmerinnen bekamen sehr früh ein Kind, brachen die Schule ab und wurden nun schnell erwachsen, verantwortungsvoll, oft aber auch überfordert. Andere Teilnehmenden haben einfach die Schule geschwänzt und versuchen es nun als Erwachsene. Viele Stolpersteine! Die führen die Teilnehmenden 2020 auch immer noch zu uns.

Jedes Semester durfte ich zwischen circa 20 und 100 neue Menschen kennen lernen und unterrichten: Bruchrechnung, Termumformungen, Satz des Pythagoras,  lineare Funktionen, Volumenberechnung. Aber auch: menschliche Organe, Blutkreislauf, Immunsystem, Ökosysteme, Mendelsche Regeln, Mutationen und vieles weitere. Herausfordernd, alles einigermaßen einleuchtend, verständlich und idealerweise interessant zu unterrichten. In jedem der vielen Lehrgänge – auch in den Flüchtlingslehrgängen aus jüngster Zeit – gelang es anders. Aber genau das fand ich das Spannende und Interessante an meinem Beruf der Weiterbildungslehrerin. Ich selbst lernte mit jedem Lehrgang Neues, über die Lerninhalte, das Unterrichten und die Menschen!

Neben dem Unterrichten lag mir unter Anderem aber auch die Unterstützung und ein offenes Ohr für junge, aber auch ältere Frauen mit Vielfachbelastung (Familie, Kinder, Arbeit, Schule, Krankheit…) am Herzen. Die mehr als 25 Jahre existierende Kleinkindbetreuung war eine wertvolle Unterstützung. Den tollen Kinderbetreuerinnen sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt!

Menschen positiv zugewandt sein, ist meiner Meinung nach die wichtigste Voraussetzung, diesen Beruf erfolgreich und zufriedenstellend auszuüben. Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit lieben Kolleginnen und Kollegen der Weiterbildung und der Verwaltung gehören dazu.

Heute: All das hatte ich in meinem Berufsleben. Für mich war es erfüllt. Dafür bin ich allen Teilnehmenden und allen Kolleginnen und Kollegen sehr dankbar! Nun freue ich mich auf das, was nach diesem Berufsleben kommt: Familie, Gesundheit erhalten, Enkelkinder genießen, mit Freunden Zeit verbringen, Urlaub außerhalb der Ferienzeiten machen. Ich bin gespannt!

Ich wünsche allen Kolleginnen und Kollegen und allen Teilnehmenden der Lehrgänge für die Zukunft viel Erfolg, Spaß und auch Freude!

Rosemarie Stölting
ehemalige Weiterbildungslehrerin

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