Stolperstein vor dem Gebäude Cecilienallee 11

Vielleicht sind sie euch auch schon aufgefallen: Die quadratischen, metallisch-schimmernden Plaketten, die vielerorts im Stadtgebiet in den Bürgersteig eingelassen sind. Es sind die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig. Dabei handelt es sich um kleine Gedenktafeln, die an von den Nationalsozialisten ermordete Menschen erinnern. Auf ihnen findet ihr die Wohnadresse der Opfer, ihre Namen, Lebensdaten und ihren Todesort.

Die Aufarbeitung der NS-Zeit ist an der Schulischen Weiterbildung schon lange ein Thema, oftmals in Form einer Projektarbeit. Die Verlegung der Stolpersteine für Albert und Margarethe Eckstein auf der Moltkestraße wurde beispielsweise aufgrund eines solchen Projekts in Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte realisiert.

Parallelen zur eigenen Flucht- und Migrationsgeschichte

Mittlerweile hat die Schulische Weiterbildung ihre Räumlichkeiten in Golzheim. Da lag es nahe, sich mit den Stolpersteinen in der neuen Umgebung zu beschäftigen. Im Rahmen ihres Geschichtsunterrichts besuchten Teilnehmende auf ihrem Weg zum Hauptschulabschluss nach Klasse 9 Stolpersteine auf der Kaiserserwerther Straße und der Cecilienallee. Sie erfuhren die Schicksale der Menschen und setzten sich mit deren Lebensgeschichte auseinander. Einige von ihnen fanden Parallelen zu ihrer eigenen Flucht- und Migrationsgeschichte und waren entsprechend gerührt.

Und genau darum geht es der Historikerin Regina Wilhelm-Rath, die das vom Verein „Durchstarten mit Schulabschluss e.V.“ geförderte Projekt betreut hat: „Wir wollen nicht nur Wissen vermitteln und den Verstand ansprechen, sondern auch ein Gespür für emotionale Belange verschaffen.“

„Die Stolpersteine geben den Menschen einen Wert.“

Das ist gelungen! Bei der anonymen Abschlussbefragung gaben die Teilnehmenden unter anderem an:

„Das Projekt hat mich traurig gemacht. Ich habe mich an die Stelle der Menschen versetzt, die gestorben sind.“

„Die Stolpersteine geben den Menschen einen Wert.“

„Die Stolpersteine sind wichtig, um sich an die Vergangenheit zu erinnern und zu wissen, wie wir unsere Gegenwart schützen können.“

Wer mehr über die Projektarbeit und die Golzheimer Stolpersteine erfahren möchte: Im Gebäude der Schulischen Weiterbildung auf der Georg-Glock-Straße 15 ist vom 25. Februar bis 8. April 2022 eine kleine Ausstellung zu dem Thema zu sehen.

Fotos: © Regina Wilhelm-Rath

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