Dietger Rohwerder hat zwei Leidenschaften: Das Lehren und den Energieträger Wasserstoff. Als studierter Lehrer für die Fächer Technik, Physik und Chemie hat er lange an Regelschulen unterrichtet, 1988 die Hulda-Pankok-Gesamtschule in Bilk mitgegründet und nach seiner Pensionierung als nebenamtlicher MINT-Dozent an der Schulischen Weiterbildung gearbeitet. Im Interview erklärt er, wie aus Wasserstoff umweltfreundliche Energie entsteht und was ihn am Lehrerberuf so fasziniert.

Herr Rohwerder, seit wann beschäftigen Sie sich mit dem Thema Wasserstoff?
Ich habe mich schon immer für Energie interessiert. Durch das Studium und die damalige Atomenergiepolitik habe ich mich dann intensiver mit Fragen des Klimas auseinandergesetzt. So gelangte ich zum Wasserstoff, der ein sehr klimafreundlicher Energieträger ist.

Könnten Sie kurz erklären, wie aus Wasserstoff Energie gewonnen wird?
Mithilfe von umweltfreundlicher Sonnen- und Windenergie kann Wasser elektrisch in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt werden. Der Wasserstoff wird bei dem für die Teilung erforderlichen Elektrolyseur gespeichert und kann bei Bedarf zur Energiegewinnung abgerufen werden. In diesem Fall wird der Elektrolyseur zur Brennstoffzelle, die wie eine Batterie funktioniert und die beiden Elemente wieder zu Wasser verbindet, wobei elektrische Energie entsteht.

Warum gilt Wasserstoff als klimafreundlich?
Für die Gewinnung von Wasserstoff können erneuerbare Energien wie Solar und Windkraft eingesetzt werden. Wird der Wasserstoff als Brennstoff verwendet, erzeugt er – anders als Kohle, Öl oder Gas – kein umweltschädliches Kohlendioxid, sondern nur Wasserdampf.

Windturbine zur Stromerzeugung

Sie könnten schon seit 2006 Ihren Ruhestand genießen. Was treibt Sie an, weiterhin als Dozent tätig zu sein?
Zum einen ist es die Freude am Unterrichten. Zum anderen hat mir die heterogene Zusammensetzung der Teilnehmenden an der Schulischen Weiterbildung gut gefallen. Sie zu unterrichten war eine Herausforderung, die ich sehr gerne angenommen habe. Mittlerweile bin ich als freier Dozent für die VHS tätig. Dies ist mir ein Anliegen, da ich die VHS als wichtigen Bildungsträger für das Thema Wasserstoff sehe. Hier kommen unterschiedlichste Menschen zusammen. Ihnen allen möchte ich die Möglichkeit geben, sich in Zeiten der Klimakrise und steigender Energiekosten mit dem „grünen“ Energielieferanten Wasserstoff zu befassen.

Wie sind Ihre VHS-Kurse gestaltet und wann finden sie statt?
Meine Kurse sind so angelegt, dass die Teilnehmenden aktiv mitmachen können. Sie sollen selbst Wasserstoff herstellen. Und sie können ihn untersuchen, sein Aussehen und seinen Geruch erforschen. Ich gebe meine Kurse im Chemieraum der Schulischen Weiterbildung, der sehr gut für Experimente mit Wasserstoff ausgerüstet ist. Sie finden regelmäßig im Frühjahr und Herbst statt. Informationen finden Sie auf der VHS-Website unter www.duesseldorf.de/vhs. Einfach den Begriff Wasserstoff in die Veranstaltungssuche eingeben.

Fotos: © Dietger Rohwerder, Ulrike Buschmann

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